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Die technischen Daten und möglichen Aufstellungen zur Partie am dritten
Spieltag der Zwischenrunde der Fußball-Champions League zwischen Sturm Graz und
Panathinaikos Athen am Mittwoch:
SK Sturm Graz - Panathinaikos Athen
(Schwarzenegger-Stadion, 20:45
Uhr/live ORF 1, Schiedsrichter: Ryszard Wojcik/Polen):
Sturm: Sidorczuk - Neukirchner - Ibertsberger, Prilasnig - Schopp,
Schupp, Korsos, Fleurquin, Minavand - Vastic, Kocijan/Juran
Ersatz: Schicklgruber - Foda, Feldhofer, Hlinka, Strafner, Szabics,
Haas
Es fehlen: Mählich, Reinmayr, Martens, Milanic (alle verletzt),
Amoah (in Champions League nicht spielberechtigt)
Panathinaikos: Nikopolidis - Vokolos, Henriksen, Goumas, Olivares
- Koutsoures, Basinas, Sousa/Nasiopoulos, Karagounis - Liberopoulos,
Boateng
Ersatz: Kotsolis - Saric, Sigurdsson, Sypniewski, Kiassos, Kola,
Warzycha
Es fehlen: Fissas (gesperrt), Galetto, Chalkias (beide verletzt),
Olisadebe (in Champions League nicht spielberechtigt), Pflipsen
(nicht im Kader)
| 02.2001
- Sturm und Graz sind hungrig auf Erfolg |
Am 6. Dezember 2000 beendete Manchester United mit dem 2:0-Sieg im Schwarzenegger-Stadion
die tolle Heimserie des SK Sturm im Fußball-Europacup. Genau 70 Tage später wollen die Grazer am
Mittwoch (20:45/live ORF1) gegen Panathinaikos Athen am dritten Spieltag der Champions
League-Zwischenrunde in der Gruppe A den Beginn zu einer neuen Serie legen.
Der glanzvolle Gruppensieg in der Vorrunde mit den Erfolgen im Schwarzenegger-Stadion gegen
Galatasaray Istanbul, AS Monaco und die Glasgow Rangers ist bereits wieder Geschichte.
Nach den ersten Spieltagen mit den beiden 0:2-Niederlagen in Valencia und gegen ManU
wartet Sturm in der Zwischenrunde noch auf den ersten Erfolg, gegen die Griechen soll es aber
die Trendwende geben. "Es wird sehr schwer werden, aber wir haben eine Chance zu bestehen",
meinte Sturm-Trainer Ivica Osim vor der Begegnung mit seinem Ex-Klub.
Der Kampf ums Leiberl
Auch wenn mit Charles Amoah der Rekord-Einkauf in der Champions League nicht spielberechtigt
ist und Roman Mählich, Hannes Reinmayr und Jan Pieter Martens wegen Verletzungen noch passen
müssen, im großen Kader der Grazer herrscht ein gewaltiger Kampf um einen Platz in der
Standard-Formation. Durch die Einbürgerung von Kazimierz Sidorczuk, die am Dienstag über
die Bühne ging, wurde bei Sturm aber das Problem der Nicht-EU-Ausländer und auch die
Torhüterfrage gelöst.Die Qual der Wahl bei den Angreifern (Vastic, Kocijan, Juran, Haas, Sabics)
kommentierte der Bosnier eher locker: "Ich kann sehr gut damit leben. Sie schlafen ja
nicht bei mir zu Hause." Neben dem Konkurrenz-Kampf im Team vollzog sich aber auch
ein "Generationswechsel" in der Abwehr, wo die langjährigen Stamm-Defensivkräfte Franco
Foda, Darko Milanic und Ranko Popovic endgültig von Neuzugängen wie Robert Ibertsberger
und Peter Hlinka oder umfunktionierten Verteidigern wie Günther Neukirchner oder Gilbert
Prilasnig abgelöst wurden.
"Wir leben vom Kollektiv... "
Sturms Qualitätsmerkmal soll aber auch mit verändertem Personal das spielerische Element
des bisherigen Kombinations-Fußballs bleiben. "Wir leben vom Kollektiv und brauchen
eine Mannschaft, die oft zusammen gespielt hat und eingespielt ist", will Osim
bewährten Tugenden sehen.Panathinaikos steht zwar im Gegensatz zu Sturm voll im
Meisterschaftsbetrieb, aber durch die jüngsten Niederlagen in der nationalen
Punktejagd sieht Osim darin auch Probleme. "Sie haben jetzt in der Liga zweimal verloren
und sind enttäuscht. Für sie liegt die Chance darin, in der Champions League
weiterzukommen, das werden sie mit allen Mitteln versuchen.
Das kann ein Nachteil für uns sein, aber auch ein Vorteil, weil sie unter Druck stehen", sagt Osim.
| 02.2001
- Sturms Jagd nach neuen Lorbeeren |

Gegen Panathinaikos soll an die Heimerfolge der
Vorrunde angeknüpft werden.
Am 6. Dezember 2000 beendete Manchester United mit dem 2:0-Sieg im
Schwarzenegger-Stadion die tolle Heimserie des SK Sturm im Fußball-Europacup.
Genau 70 Tage später wollen die Grazer am Mittwoch (20:45/live ORF1) gegen
Panathinaikos Athen am dritten Spieltag der Champions League-Zwischenrunde in
der Gruppe A den Beginn zu einer neuen Serie legen.
Historische Erfolge. Der glanzvolle Gruppensieg in der Vorrunde mit den Erfolgen
im Schwarzenegger-Stadion gegen Galatasaray Istanbul, AS Monaco und die Glasgow
Rangers ist bereits wieder Geschichte. Nach den ersten Spieltagen mit den beiden
0:2-Niederlagen in Valencia und gegen ManU wartet Sturm in der Zwischenrunde
noch auf den ersten Erfolg, gegen die Griechen soll es aber die Trendwende
geben. "Es wird sehr schwer werden, aber wir haben eine Chance zu
bestehen", meinte Sturm-Trainer Ivica Osim vor der Begegnung mit seinem
Ex-Klub.
Rumpfteam. Auch wenn mit Charles Amoah der Rekord-Einkauf in der Champions
League nicht spielberechtigt ist und Roman Mählich, Hannes Reinmayr und Jan
Pieter Martens wegen Verletzungen noch passen müssen, im großen Kader der
Grazer herrscht ein gewaltiger Kampf um einen Platz in der Standard-Formation.
Durch die Einbürgerung von Kazimierz Sidorczuk, die am Dienstag über die Bühne
ging, wurde bei Sturm aber das Problem der Nicht-EU-Ausländer und auch die Torhüterfrage
gelöst.
Generationswechsel. Die Qual der Wahl bei den Angreifern (Vastic, Kocijan, Juran,
Haas, Sabics) kommentierte Osim eher locker: "Ich kann sehr gut damit
leben. Sie schlafen ja nicht bei mir zu Hause." Neben dem Konkurrenz-Kampf
im Team vollzog sich aber auch ein "Generationswechsel" in der Abwehr,
wo die langjährigen Stamm-Defensivkräfte Franco Foda, Darko Milanic und Ranko
Popovic endgültig von Neuzugängen wie Robert Ibertsberger und Peter Hlinka
oder umfunktionierten Verteidigern wie Günther Neukirchner oder Gilbert
Prilasnig abgelöst wurden.
Athen unter Druck. Panathinaikos steht zwar im Gegensatz zu Sturm voll im
Meisterschaftsbetrieb, aber durch die jüngsten Niederlagen in der nationalen
Punktejagd sieht Osim darin auch Probleme. "Sie haben jetzt in der Liga
zweimal verloren und sind enttäuscht. Für sie liegt die Chance darin, in der
Champions League weiterzukommen, das werden sie mit allen Mitteln versuchen. Das
kann ein Nachteil für uns sein, aber auch ein Vorteil, weil sie unter Druck
stehen", sagt Osim.
| 02.2001
- Sturm Graz - Panathinaikos Athen technisch |

Die technischen Daten und möglichen
Aufstellungen zur Partie am dritten Spieltag der Zwischenrunde der Fußball-Champions
League zwischen Sturm Graz und Panathinaikos Athen am Mittwoch:
SK Sturm Graz - Panathinaikos Athen (Schwarzenegger-Stadion, 20:45 Uhr/live ORF
1, Schiedsrichter: Ryszard Wojcik/Polen):
Sturm: Sidorczuk - Neukirchner - Ibertsberger, Prilasnig - Schopp, Schupp,
Korsos, Fleurquin, Minavand - Vastic, Kocijan/Juran
Ersatz: Schicklgruber - Foda, Feldhofer, Hlinka, Strafner, Szabics, Haas
Es fehlen: Mählich, Reinmayr, Martens, Milanic (alle verletzt), Amoah (in
Champions League nicht spielberechtigt)
Panathinaikos: Nikopolidis - Vokolos, Henriksen, Goumas, Olivares - Koutsoures,
Basinas, Sousa/Nasiopoulos, Karagounis - Liberopoulos, Boateng
Ersatz: Kotsolis - Saric, Sigurdsson, Sypniewski, Kiassos, Kola, Warzycha
Es fehlen: Fissas (gesperrt), Galetto, Chalkias (beide verletzt), Olisadebe (in
Champions League nicht spielberechtigt), Pflipsen (nicht im Kader)
| 02.2001
- Sturm Graz - Die Überheblichen |

Beide Spiele wollen sie gewinnen, die Kicker von Panathinaikos, und der Trainer
der Griechen spuckt die gleichen Töne. Das geht uns allen gegen den Strich.
Wer immer auch in der Champions League nach Graz kam, gab sich bescheiden,
selbst ein Alex Ferguson verhielt sich zurückhaltend, sprach von der schweren
Aufgabe und wie man seinen Jubelausbrüchen entnehmen konnte, war der Sieg der
Engländer im Schwarzenegger-Stadion keineswegs die "g'mahte Wies'n",
die viele Fans vorher vermutet hatten.
Anders die Griechen. Die ärgern uns und erwecken allein mit ihren Aussagen
Widerstand.
Natürlich drücken wir Sturm gegen jeden Gegner in der Champions League die
Daumen und nur unverbesserliche Dummköpfe freuen sich über Niederlagen einer
österreichischen Mannschaft.
Doch diese Auseinandersetzung geht uns unter die Haut. Angeber wie Panathinaikos
lieben wir nicht sonderlich. Daher sollten uns die Grazer die Freude bereiten,
den Griechen heute den Marsch zu blasen.
Und sie hier zu schlagen und womöglich beim Rückspiel auch. Das wäre Fußball-Weihnachten,
Ostern und Urlaub zugleich.
| 02.2001
- Sturm Graz - Griechisches Theater, hohe Kunst |

Panathinaikos steht immer unter Erfolgszwang. Osim kann
Lied davon singen.
GRAZ (w. w.). Panathinaikos Athen, am Dienstag in den Mittagstunden in Graz
gelandet, hat durchaus gute Erinnerungen an das Schwarzeneggerstadion. Immerhin
gelang es dem griechischen Traditionsklub (1908 gegründet), Sturms Erzrivalen
GAK im Herbst 1999 aus dem Uefa-Cup zu eliminieren. Zwar kassierte man damals in
Graz eine knappe 1:2-Niederlage, im Rückspiel gelang dann allerdings ein glücklicher
1:0-Sieg. Dank Pflipsen-Elfer in der Nachspielzeit. Die Passivität der
Rotjacken wurde damals in letzter Minute doch noch bestraft.
Die Griechen sind vor allem für Ivica Osim, der zwei Jahre lang bei
Panathinaikos auf der Trainerbank gesessen ist, kein unbeschriebenes Blatt. In
der Saison 92/93 holte er als Vizemeister den Cupsieg, ein Jahr später führte
er das Athener Team noch einmal ins Pokalfinale. Aber noch vor dem Endspiel
verließ er den Klub. "Es gab dort immer Theater, mir war das zu
viel."
Auch diesmal rumort es ein wenig bei Panathinaikos. Denn bis Anfang Februar war
man in der griechischen Meisterschaft ungeschlagen, ehe man gegen Panionios und
Aris Saloniki jeweils mit 0:1 den kürzeren zog. Der Rückstand auf
Spitzenreiter Olympiakos beträgt nun neun Punkte, Kritik an Trainer Angelos
Anastasiadis wurde laut. Dabei hat man vor allem in der Champions League bisher
eine tadellose Figur abgegeben. In der Vorrunde erreichte man gegen La Coruna
daheim ein 1:1, gewann in Hamburg mit 1:0, feierte daheim gegen Juventus einen
3:1-Triumph, holte in der Zwischenrunde gegen Valencia in Athen immerhin ein
0:0.
Star der Mannschaft ist der polnische Torjäger Warzycha, dazu kommt Paulo Sousa.
Pflipsen ist in Graz nicht dabei, Neuverpflichtung Emmanuel Olisabede, gebürtiger
Nigerianer, polnischer Internationaler, ist nicht spielberechtigt.
| 02.2001
- Sturm Graz - Bewährte Kräfte sollen Bereitschaft zeigen |

"Die Defensive war noch nie unser Trumpf"
Champions League. Sturm Graz will heute gegen
Panathinaikos Athen (ORF 1, 20.45 Uhr) zum ersten Sieg in der Zwischenrunde stürmen.
Tormann Sidorczuk seit gestern Österreicher.
GRAZ. "Jetzt haben wir die letzten Probleme
ausgeräumt, einem Sieg gegen Panathinaikos kann daher nichts im Wege
stehen!" Hannes Kartnig, der gewichtige Präsident, erst seit Sonntag
wieder im Lande, ist also vor dem heutigen Heimspiel der
Champions-League-Zwischenrunde optimistisch, daß seine Mannschaft wieder jene
Heimstärke ausspielt, die Sturm überhaupt so weit gebracht hat in der
Eliteliga. "Die Griechen müßten zu packen sein", meint Kartnig.
"Es ist ganz klar, daß die nächsten beiden Spiele richtungsweisend sind.
Gelingen uns zwei Siege, dann reden wir wieder mit. So schnell kann das
gehen!"
Der Poker von Sturm Graz mit überzähligen Nicht-EU-Ausländern ist doch noch
aufgegangen. Die Einbürgerung des polnischen Ex-Teamtormanns Kasimir Sidorczuk
wurde gestern vom Ministerrat abgesegnet (siehe Seite 9), für die Bundesliga
ist die Sache damit vom Tisch, weil der 32jährige bereits mit 31. Jänner (Transferschluß)
als Österreicher gemeldet wurde. Auch in der Causa Ranko Popovic, Spaßmacher
und bei den Fans hoch im Kurs, stehe man kurz vor einer Einigung. Der
jugoslawische Manndecker, als Spieler gekündigt und abgemeldet, soll künftig
als Scout für die Grazer arbeiten. Und obendrein eine finanzielle
Abschlagszahlung erhalten.
Im letzten Augenblick, so könnte man sagen, ist bei den Steirern also wieder
Ruhe eingekehrt. Für Trainer Ivica Osim geht es in erster Linie heute darum
"zu zeigen, daß wir für Europa wieder bereit sind!" Die Akkus
konnten in Belek und den Niederlanden aufgeladen werden. "Ich verlange
gegen Athen nur, daß wir zeigen, daß wir nicht zufällig in der Zwischenrunde
stehen. Wir haben schon bewiesen, daß wir zu Extra-Leistungen fähig sind. Aber
nach einer Winterpause ist es immer schwierig, das Gelernte gleich umzusetzen.
Trotzdem glaube ich, daß wir gegen Panathinaikos gewinnen können."
Der Trainer bejammert zwar seine dünne Defensiv-Decke (28 Gegentore in zwölf
Vorbereitungsspielen), vertraut aber scheinbar seinen bewährten Kräften. Das
Libero-Experiment mit Prilasnig hat er wieder fallengelassen, Neukirchner bleibt
der Abwehrchef. Eine Botschaft, die auch Otto Baric gerne vernehmen wird. Das
Debüt im Sturm-Dreß in der Champions League wird Robert Ibertsberger, im
Herbst zu spät angemeldet, geben. Im Angriff stellt sich nur die Frage, wer
neben Ivica Vastic für Tore sorgen wird? Juran, nach seiner schweren
Gesichtsverletzung wiederhergestellt, aber bei Luftkämpfen noch zurückhaltend?
Oder Kocijan, dem in der Vorbereitung ein eitriger Zehennagel zu schaffen
machte?
Noch nicht am Damm sind hingegen Mählich, Reinmayr und Martens, die
Defensiv-Arbeit im Mittelfeld werden Schupp, Korsos und Fleurquin verrichten müssen.
Entscheidend, so Osim, könnten heute wieder die Flügelspieler, sprich Schopp
und Minavand, sein. "Die Defensive war noch nie unser größter
Trumpf", meint Markus Schopp. "Wir haben andere Qualitäten!"
Sturm: Sidorczuk; Neukirchner; Ibertsberger, Prilasnig; Schopp, Schupp, Korsos,
Fleurquin, Minavand; Vastic, Kocijan/Juran. - Panathinaikos: Nikopolidis;
Vokolos, Henriksen, Goumas, Olivares; Koutsoures, Basinas, Sousa/Nasiopoulos,
Karagounis; Liberopoulos, Boateng. - Schwarzeneggerstadion, 20.45 (live ORF 1),
Ryszard Wojcik (Pol).
| 02.2001
- Sturm Graz - Sturms Riesen-Kader soll vor Ausfällen schützen |

Graz (APA) - Sturm Graz geht mit einem Riesen-Kader in die Fußball
-Frühjahrssaison. Heimkehrer Mario Haas wurde bei der UEFA für die Champions
League-Zwischenrunde mit Trikot-Nummer 31 registriert. Allein schon das zeigt,
welches Gedränge im Aufgebot von Sturm Graz herrscht. "Viele Spieler zu
haben kann gefährlich sein. Aber es ist sicher besser, als zu wenige zu
haben", meint Sturm-Trainer Ivica Osim.
| 02.2001
- Sturm Graz - Ranko Popovic:"Bin ich ein schlechterer Mensch?" |

Graz - Ranko Popovic wird heute Abend ins Arnold-Schwarzenegger-Stadion gehen
und sich das Champions-League-Match gegen Panathinaikos Athen (20.45, ORF 1)
anschauen. Daheim vor dem Fernseher zu sitzen, sagt Popovic, würde ihn zu viele
Nerven kosten, er brauche die Stadionatmosphäre, die Gesänge der Zuschauer,
die Welle, den Konfettiregen.
Im Herbst 1997 ist der Jugoslawe Popovic zu Sturm Graz gekommen. Ein Jahr später
wurde Sturm zum ersten Mal Meister, noch ein Jahr später holte Sturm das erste
Double. Das muss nun nicht, kann aber durchaus in einem kausalen Zusammenhang
stehen. Nebenbei absolviert Sturm Graz gerade die dritte Saison in der Champions
League, gerade da hat sich Popovic ein ums andere Mal verdient gemacht. Ist er
verletzungsbedingt ausgefallen, hat Trainer Ivica Osim noch jedesmal davon
gesprochen, "unser wichtigster, unser einziger gelernter Verteidiger"
würde fehlen.
Heute fehlt Popovic auch. Sturm Graz hat ihn nach der Winterpause nicht mehr
an-, also de facto abgemeldet. Zu viele Nicht-EU-Ausländer sind verpflichtet
worden, also erwischte es Popovic, der ist 33, außerdem läuft sein Vertrag im
Sommer aus. Jetzt wird ums Geld gestritten, wodurch laut Popovic der wichtigste
Aspekt in den Hintergrund rückt. "Ich kann einige Monate lang nicht
spielen. Mein Wert ist jetzt ein ganz anderer als noch im Dezember, nach dem
Match gegen Manchester United." Im Sommer wird sich Popovic einen neuen,
anderen Klub suchen, im In- oder im Ausland.
Gelesen, gehört
Er sei zu alt, sei zu langsam, hat der Klubpräsident gesagt, Popovic hat es in
der Zeitung gelesen. In den Ohren hat er noch, wie Osim sagte, bei einem
Verteidiger komme es nicht primär auf die Schnelligkeit an. Osim: "Wichtig
ist, wo und wie ein Verteidiger läuft. Er muss zwischen Stürmer und Tor sein,
und das ist nicht eine Frage seiner Geschwindigkeit." Popovic: "Es ist
eine Frage des Kopfs. Fußball ist nicht nur Sprint und Athletik, Fußball ist
auch ein Denksport. Wir kommen schließlich nicht alle als Carl Lewis auf die
Welt."
Von einer ungerechten Situation spricht Ranko Popovic nicht, "ungerecht
sagt viel zu wenig aus". Für ihn ist die Unterscheidung in EU- und
Nicht-EU-Bürger ein prinzipielles Unrecht. "Ich verstehe nicht, wieso ich
Nachteile habe. Wenn ich einen anderen Pass habe, bin ich dann ein schlechterer
Mensch?" Er will nicht Schuld zuweisen, sieht Sturm Graz als Triumvirat
Trainer/Präsident/Manager, "da gibt es nicht kalt und warm. Da gibt es
nicht einen Guten und einen Bösen." Am Montag saßen Popovic und Kartnig
zusammen, die Atmosphäre war nicht schlecht, geeinigt hat man sich nicht. Am
Donnerstag gibt's das nächste Treffen, Popovic nimmt seinen Anwalt mit.
"Es gibt zwei verschiedene Mathematiken, jeder glaubt, dass seine
Mathematik richtig ist."
Popovic ist verheiratet, hat zwei Töchter, eine sieben Jahre alt, eine bald
zwei. Die Familie hat darüber nachgedacht, in Graz sesshaft zu werden, jetzt
wird sie wieder nachdenken. Popovic hofft, vielleicht weiter mit seinen
Sturm-Kollegen trainieren zu können, ansonsten wird er sich privat fit halten.
Und, wie er meint, Sturm-Fan bleiben, sich an schöne Zeiten erinnern. Ranko
Popovic sagt: "Meine ganze Karriere haben sie infrage gestellt. Dabei will
ich nur Fußball spielen."
| 02.2001
- Sturm Graz - Sidorczuk ist Österreicher |

Riess-Passer: "Spezielles Interesse" an
Einbürgerung.
Sturm-Graz-Torhüter Kazimierz Sidorczuk ist heute, Dienstag, vom Ministerrat
eingebürgert worden. Damit ist der aus Polen stammende Keeper im morgigen
Champions-League-Heimspiel gegen Panathinaikos einsatzberechtigt. Vizekanzlerin
Susanne Riess-Passer (F) meinte im Pressefoyer, im Fall Sidorczuk habe das für
die Einbürgerung notwendige spezielle Interesse darin bestanden, dass sich der
österreichische Fußball auf internationaler Ebene bewähren könne. Auch
Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) betonte, dass aus seiner Sicht die Einbürgerung
"absolut gerechtfertigt" gewesen sei.
Die Einbürgerung Sidorczuks war notwendig geworden, weil in Österreich nur fünf
Spieler aus Nicht-EU-Staaten angemeldet werden dürfen. Sturm hatte dieses
Kontingent jedoch in der Winterpause durch die Verpflichtung des Ghanaers
Charles Amoah sowie des Slowaken Peter Hlinka überzogen. Nach der Auflösung
des Arbeitsverhältnisses mit dem Jugoslawien Ranko Popovic und der Einbürgerung
von Sidorczuk ist das Aufgebot an Nicht-EU-Ausländern wieder auf fünf
Mann
| 02.2001
- Sturm Graz - Kazimierz Sidorczuk ist plötzlich Austro-Pole |

Wien - Sturm-Graz-Torhüter Kazimierz Sidorczuk ist am Dienstag vom Ministerrat
eingebürgert worden. Damit ist der aus Polen stammende Keeper im morgigen
Champions-League-Heimspiel gegen Panathinaikos einsatzberechtigt. Vizekanzlerin
Susanne Riess-Passer (F) meinte im Pressefoyer, im Fall Sidorczuk habe das für
die Einbürgerung notwendige spezielle Interesse darin bestanden, dass sich der
österreichische Fußball auf internationaler Ebene bewähren könne. Auch
Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) betonte, dass aus seiner Sicht die Einbürgerung
"absolut gerechtfertigt" gewesen sei.
Die Einbürgerung Sidorczuks war notwendig geworden, weil in Österreich nur fünf
Spieler aus Nicht-EU-Staaten angemeldet werden dürfen. Sturm hatte dieses
Kontingent jedoch in der Winterpause durch die Verpflichtung des Ghanaers
Charles Amoah sowie des Slowaken Peter Hlinka überzogen. Nach der Auflösung
des Arbeitsverhältnisses mit dem Jugoslawen Ranko Popovic und der Einbürgerung
von Sidorczuk ist das Aufgebot an Nicht-EU-Ausländern wieder auf fünf Mann
zusammengeschrumpft.
Erleichterung
Noch am Dienstag Nachmittag erhielt der ehemalige polnische Team-Keeper von
Landesrat Gerhard Hirschmann die Urkunde, der Reisepass soll am Donnerstag
folgen. "Durch das Warten war es eine schwere Zeit für mich, aber ich war
nicht sehr nervös. Machen konnte ich ohnehin nichts, also bin ich ruhig
geblieben", ließ Sidorczuk die Phase der Unsicherheit Revue passieren.
"Als mich Manager Heinz Schilcher Dienstagmittag angerufen hat und gesagt
hat, dass alles okay ist, war ich aber schon erleichtert", gestand der
Doppel-Staatsbürger, der auch seinen polnischen Pass behält. "Trotzdem
trinke ich keinen Champagner, damit warte ich noch bis nach dem Spiel",
meinte Sidorczuk.
Vor Beginn der Frühjahrsaison 1997 war Sidorczuk in die Steiermark gekommen und
bis auf die vorige Saison, in der er wegen Verletzungen nur selten zum Einsatz
gekommen war, eigentlich unumstritten die Nummer eins der Grazer gewesen. Auch
im laufenden Spieljahr machten ihm Muskelprobleme im rechten Oberschenkel so zu
schaffen, dass er manchmal nur mit dem linken Fuß ausschießen konnte, nicht
zuletzt in der Champions League ließ sich "Kasi" oft fit spritzen.
"Ich glaube, ich bin in Form"
"Jetzt geht es im Training aber wieder ganz gut und ich kann auch mit
rechts wieder ausschießen. Ich glaube, ich bin in Form und kann der Mannschaft
helfen. Mein Ziel ist es ein halbes Jahr verletzungsfrei zu bleiben",
blickt Sidorczuk in die Zukunft. "Wir haben in der Meisterschaft schon
viele Punkte verschenkt. Normalerweise waren wir immer vorne mit dabei, jetzt
wurde viel investiert und wir möchten auch nächstes Jahr wieder mit in Europa
dabei sein. Dazu gibt es aber auch den Cup als Möglichkeit. Wenn wir in der
Champions League auch noch einige Punkte machen, wäre das sehr korrekt."
| 02.2001
- Sturm Graz - Hoch gepokert und gewonnen |

Im heutigen Ministerrat in Wien wurde heute auch über den SK Sturm gesprochen.
Der Antrag auf Einbürgerung des polnischen Torhüters Kazimierz Sidorczuk wurde
positiv erledigt: Der Pole ist seit heute Österreicher und dürfte damit morgen
in der Champions League spielen.
Sturm hat hoch gepokert und gewonnen: Der 34-jährige Sturm-Torhüter Kazimierz
Sidorczuk hat vom Ministerrat die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen
bekommen.
"Kein Champagner"
"Als mich Manager Heinz Schilcher am Nachmittag angerufen hat und gesagt
hat, dass alles okay ist, war ich schon erleichtert", gestand der
Doppel-Staatsbürger, der auch seinen polnischen Pass behält. "Trotzdem
trinke ich keinen Champagner, damit warte ich noch bis nach dem Spiel."
| 02.2001
- Sturm Graz - Fußball: Sidorczuk vom Ministerrat eingebürgert |

Wien (APA) - Sturm-Graz-Torhüter Kazimierz Sidorczuk ist am Dienstag vom
Ministerrat eingebürgert worden. Damit ist der aus Polen stammende Keeper im
Champions-League-Heimspiel am Mittwoch gegen Panathinaikos einsatzberechtigt.
Vizekanzlerin Riess-Passer meinte im Pressefoyer, im Fall Sidorczuk habe das für
die Einbürgerung notwendige spezielle Interesse darin bestanden, dass sich der
österreichische Fußball auf internationaler Ebene bewähren könne. Auch
Bundeskanzler Schüssel betonte, dass aus seiner Sicht die Einbürgerung
"absolut gerechtfertigt" gewesen sei.
| 02.2001
- Sturm Graz - Puntigamer Sturm will gegen Panathinaikos an
Heimerfolge der Vorrunde anknüpfen |

Am 6. Dezember 2000 beendete Manchester United mit dem 2:0-Sieg im Arnold
Schwarzenegger-Stadion die tolle Heimserie des SK Puntigamer Sturm Graz (im Bild
Trainer Osim und Präsident Kartnig) im Europacup. Genau 70 Tage später wollen
die Grazer am Mittwoch (20:45, live in ORF1) gegen Panathinaikos Athen am
dritten Spieltag der Champions League-Zwischenrunde in der Gruppe A den Beginn
zu einer neuen Serie legen. Der glanzvolle Gruppensieg in der Vorrunde mit den
Erfolgen im Schwarzenegger-Stadion gegen Galatasaray Istanbul, AS Monaco und die
Glasgow Rangers ist bereits Geschichte. Nach den ersten Spieltagen mit den
beiden 0:2-Niederlagen in Valencia und gegen ManU wartet Puntigamer Sturm in der
Zwischenrunde noch auf den ersten Erfolg, gegen die Griechen soll es aber die
Trendwende geben. „Es wird sehr schwer werden, aber wir haben eine Chance zu
bestehen“, meinte Sturm-Trainer Ivica Osim vor der Begegnung mit seinem
Ex-Klub.
Auch wenn mit Charles Amoah der Rekord-Einkauf in der Champions League nicht
spielberechtigt ist und Roman Mählich, Hannes Reinmayr und Jan Pieter Martens
wegen Verletzungen noch passen müssen, im großen Kader der Grazer herrscht ein
gewaltiger Kampf um einen Platz in der Standard-Formation. Durch die Einbürgerung
von Kazimierz Sidorczuk, die am Dienstag über die Bühne ging, wurde bei Sturm
aber das Problem der Nicht-EU-Ausländer und auch die Torhüterfrage gelöst.
Die Qual der Wahl bei den Angreifern (Vastic, Kocijan, Juran, Haas, Sabics)
kommentierte der Bosnier eher locker: „Ich kann sehr gut damit leben. Sie
schlafen ja nicht bei mir zu Hause.“ Neben dem Konkurrenz-Kampf im Team
vollzog sich aber auch ein „Generationswechsel“ in der Abwehr, wo die langjährigen
Stamm-Defensivkräfte Franco Foda, Darko Milanic und Ranko Popovic endgültig
von Neuzugängen wie Robert Ibertsberger und Peter Hlinka oder umfunktionierten
Verteidigern wie Günther Neukirchner oder Gilbert Prilasnig abgelöst wurden.
Sturms Qualitätsmerkmal soll aber auch mit verändertem Personal das
spielerische Element des bisherigen Kombinations-Fußballs bleiben. „Wir leben
vom Kollektiv und brauchen eine Mannschaft, die oft zusammen gespielt hat und
eingespielt ist“, will Osim bewährten Tugenden sehen.
Panathinaikos steht zwar im Gegensatz zu Sturm voll im Meisterschaftsbetrieb,
aber durch die jüngsten Niederlagen in der nationalen Punktejagd sieht Osim
darin auch Probleme. „Sie haben jetzt in der Liga zweimal verloren und sind
enttäuscht. Für sie liegt die Chance darin, in der Champions League
weiterzukommen, das werden sie mit allen Mitteln versuchen. Das kann ein
Nachteil für uns sein, aber auch ein Vorteil, weil sie unter Druck stehen“,
sagt Osim.
Die technischen Daten und möglichen Aufstellungen zur Partie am dritten
Spieltag der Zwischenrunde der UEFA-Champions League zwischen SK Puntigamer
Sturm Graz und Panathinaikos Athen am Mittwoch:
SK Puntigamer Sturm Graz - Panathinaikos Athen
Schwarzenegger-Stadion, 20:45 Uhr/live ORF 1, Schiedsrichter: Ryszard Wojcik/Polen
| 02.2001
- Sturm Graz - "Es wird sehr schwer werden, aber wir haben eine
Chance zu bestehen." |

Der glanzvolle Gruppensieg in der Vorrunde
mit den Erfolgen im Schwarzenegger-Stadion gegen Galatasaray Istanbul, AS Monaco
und die Glasgow Rangers ist bereits wieder Geschichte.
Es wird ein enges Spiel
Nach den ersten Spieltagen mit den beiden 0:2-Niederlagen in Valencia und gegen
ManU wartet Sturm in der Zwischenrunde noch auf den ersten Erfolg, gegen die
Griechen soll es aber die Trendwende geben.
"Es wird sehr schwer werden, aber wir haben eine Chance zu bestehen",
meinte Sturm-Trainer Ivica Osim vor der Begegnung mit seinem Ex-Klub.
Konkurrenzkampf nimmt zu
Auch wenn mit Charles Amoah der Rekordeinkauf in der Champions League nicht
spielberechtigt ist und Roman Mählich, Hannes Reinmayr und Jan Pieter Martens
wegen Verletzungen noch passen müssen, herrscht im großen Kader der Grazer ein
gewaltiger Kampf um einen Platz in der Standard-Formation.
Durch die Einbürgerung von Kazimierz Sidorczuk, die am Dienstag über die
Bühne ging, wurde bei Sturm aber das Problem der Nicht-EU-Ausländer und auch
die Torhüterfrage gelöst.
Viele Stürmer, junge Verteidiger
Die Qual der Wahl bei den Angreifern (Vastic, Kocijan, Juran, Haas, Sabics)
kommentierte der Bosnier eher locker: "Ich kann sehr gut damit leben. Sie
schlafen ja nicht bei mir zu Hause."
Neben dem Konkurrenzkampf im Team vollzog sich aber auch ein
"Generationswechsel" in der Abwehr, wo die langjährigen
Stamm-Defensivkräfte Franco Foda, Darko Milanic und Ranko Popovic endgültig
von Neuzugängen wie Robert Ibertsberger und Peter Hlinka oder umfunktionierten
Verteidigern wie Günther Neukirchner oder Gilbert Prilasnig abgelöst wurden.
Keine Änderungen am System
Sturms Qualitätsmerkmal soll aber auch mit verändertem Personal das
spielerische Element des bisherigen Kombinationsfußballs bleiben. "Wir
leben vom Kollektiv und brauchen eine Mannschaft, die oft zusammen gespielt hat
und eingespielt ist", will Osim bewährte Tugenden sehen.
Vorteil ist auch ein Nachteil
Panathinaikos steht zwar im Gegensatz zu Sturm voll im Meisterschaftsbetrieb,
aber durch die jüngsten Niederlagen in der nationalen Punktejagd sieht Osim
darin auch Probleme.
"Sie haben jetzt in der Liga zwei Mal verloren und sind enttäuscht. Für
sie liegt die Chance darin, in der Champions League weiterzukommen, das werden
sie mit allen Mitteln versuchen. Das kann ein Nachteil für uns sein, aber auch
ein Vorteil, weil sie unter Druck stehen", sagt Osim.
Pole pfeift Sturm-Spiel
Der 44-jährige Pole Ryszard Wojcik wird am Mittwoch das Spiel in Graz leiten.
Der Mann hat ausreichend Erfahrung mit österreichischen Klubs. Er leitete
bereits drei Europacup-Partien von österreichischen Klubs, zuletzt war er 1997
bei der 0:1-Niederlage von Rapid bei Lazio Rom im UEFA-Cup als Referee bei einer
Begegnung eines heimischen Vertreters im Einsatz.
Technische Daten und mögliche Aufstellungen:
Mittwoch:
Sturm Graz - Panathinaikos Athen
Graz, Schwarzenegger-Stadion, 20.45 Uhr/live ORF1, Schiedsrichter Ryszard Wojcik
(POL)
Sturm: Sidorczuk - Neukirchner - Ibertsberger, Prilasnig - Schopp, Schupp,
Korsos, Fleurquin, Minavand - Vastic, Kocijan/Juran
Ersatz: Schicklgruber - Foda, Feldhofer, Hlinka, Strafner, Szabics, Haas
Es fehlen: Mählich, Reinmayr, Martens, Milanic (alle verletzt), Amoah (in
Champions League nicht spielberechtigt)
Panathinaikos: Nikopolidis - Vokolos, Henriksen, Goumas, Olivares - Koutsoures,
Basinas, Sousa/Nasiopoulos, Karagounis - Liberopoulos, Boateng
Ersatz: Kotsolis - Saric, Sigurdsson, Sypniewski, Kiassos, Kola, Warzycha
Es fehlen: Fissas (gesperrt), Galetto, Chalkias (beide verletzt), Olisadebe (in
Champions League nicht spielberechtigt), Pflipsen (nicht im Kader)
| 02.2001
- Sturm Graz - Panathinaikos vor Sturm-Spiel siegessicher |

Graz (APA) - Zwei ehemalige Europacup-Sieger auf der jüngsten Abschussliste, da
gibt es für die Griechen keine Frage: Panathinaikos Athen wird auch Sturm Graz
besiegen. Schwache Phase hin, Probleme mit den Stars her. Panathinaikos, das in
der ersten Gruppenphase Juventus Turin und den Hamburger SV aus dem Bewerb
geworfen hat, kommt nach Graz, um am Mittwoch (20:45) zu gewinnen und die Chance
auf den Aufstieg ins Viertelfinale der Fußball-Champions League zu wahren.
| 02.2001
- Sturm Graz - Sturm-Lauf um die letzte Chance |

Die WM am Arlberg ist Schnee von gestern. Der rote Teppich liegt bereit für König
Fußball. Besonders heute Abend im Grazer Schwarzenegger-Stadion. Dort trifft
Sturm im 3. Spiel der Champions-League-Zwischenrunde auf Panathinaikos Athen.
Ein Paukenschlag ohne Vorspiel. Das Spiel der „letzten Chance“ für Sturm.
Was ist von der Euro-Premiere der Grazer 2001 zu erwarten, wie legt Osim die
Route zum Erfolg an, was tut sich hinter den Kulissen des Steirischen Vorfrühlings?
Championsleague:
1:
Sturm braucht unbändigen Drang nach vorne. Nach zwei 0:2-Niederlagen gegen die
Gruppenfavorits Valencia und ManU können nur drei Punkte die Spekulationen
aufrecht erhalten. Trainer Osim spricht von kollektivem Risiko.
„Selbstbewusstsein spielt eine wichtige Rolle. Wir spielen gegen 11 Spieler,
die auch Respekt vor uns haben. Übermütig dürfen wir nicht sein.“
2:
Wer sind die Hauptdarsteller der Offensiv-Aufführung? Im Angriff hat kein österreichisches
Team so viel Alternativen wie Sturm. Bis auf Transfer-Rekordler Amoah sind alle
Stürmer bereit. Vastic ist gesetzt. Interpretiert man Osim richtig, dürfte
Yuran neben ihm stürmen und Kocijan der Spieler hinter den Spitzen sein.
3:
Gibt es das Comeback von Haas? Der Spieler weiß, dass nach so kurzer
Wiedereingewöhnungszeit die Integration nicht vollzogen ist. Daher tendiert
auch Osim dazu, den Heimkehrer auf der Bank zu lassen. „Damit überfordere ich
ihn nicht. Das ist er von Straßburg gewöhnt.“
4:
Wer spielt in der Abwehr? Neukirchner, Prilasnig, Ibertsberger, Korsos,
Feldhofer sind die Kandidaten. Osim grübelt, wer vom Typ her am besten als
„Schatten“ zu Torjäger Warzycha passt.
5:
Sturm kommt aus der Vorbereitung, die Griechen aus der Meisterschaft. Objektiv
schon 0:1? Osim verneint, meint, dass die Serie der vielen Testspiele
ausreichend gewesen sei, dass es ja gar nicht so lange her ist, seit das letzte
Match in der Champions League war.
6:
Was tut sich im Fall Popovic? Für Donnerstag ist das nächste Gespräch mit Präsident
Kartnig angesetzt. Es sieht nach Einigung und danach aus, dass Popovic mit vier
Millionen S „abgefertigt“ wird.
7:
Die Einbürgerung von Tormann Sidorczuk hat gestern per Ministerrats-Beschluss
stattgefunden. Das heißt: Er gilt als Österreicher. Ein Problem weniger für
Sturm in der Frage der Nicht-EU-Ausländer.
| 02.2001
- Sturm Graz - Mario Haas: "Als wäre ich nie weg gewesen" |

Der Kampf ums Stammleiberl in Sturms Sturm ist voll entbrannt
Graz - Am 29. Mai 1999 schoss er Sturm mit zwei Toren beim 3:0-Heimsieg in der
letzten Runde gegen den FC Tirol zum zweiten Meistertitel der Klubgeschichte, am
Mittwoch könnte Mario Haas in der Champions League gegen Panathinaikos Athen
sein Pflichtspiel-Comeback für die Grazer geben. Haas kämpft nach seiner Rückkehr
von Racing Straßburg bei den Schwarz-Weißen um seine zweite Chance. "Es
ist, wie wenn ich nie weg gewesen wäre. Meine erste Sturm-Zeit ist da natürlich
ein großer Vorteil", freut sich der 26-jährige Angreifer über seine Rückkehr
an die alte Wirkungsstätte.
Im August 1998 hatte er sich mit seinem spektakulärem Treffer gegen Frankreich
in Wien wohl den Weg zum späteren Rekord-Transfer (43 Millionen) in die Liga
des Fußball-Weltmeisters geebnet, doch im Elsaß lief es nicht nach Wunsch. In
der ersten Saison durfte der ÖFB-Teamspieler in 16 Meisterschaftseinsätzen nur
über einen Treffer jubeln, und auch im Nationalteam gab es für Haas seit dem
23. Februar des Vorjahres (1:4-Niederlage in Griechenland) kein Leiberl mehr.
Kampf ums Leiberl
In der laufenden Saison brachte es Haas zwar auf zwei Tore mehr, aber die
Zuschauer-Rolle auf Bank oder Tribüne hatten längst den Entschluss zum Wechsel
reifen lassen. Immerhin hatte ihm Sturm-Präsident Hannes Kartnig beim tränenreichen
Abschied aus Graz versprochen, dass die Tür bei Sturm für ihn immer offen
steht. Kurz vor Transferschluss löste der Sturm-Vereinschef sein Versprechen
ein und holte den "verlorenen Sohn" für eine Ablösesumme von 21 Mio.
S zurück. Haas erhielt einen Vertrag für viereinhalb Jahre und die Chance, an
seine erfolgreiche erste Karriere im Sturm-Dress anzuknüpfen.
"Straßburg war trotz aller Probleme eine schöne Zeit, in der ich viel
gelernt habe. Aber jetzt zählt für mich nur, so schnell wie möglich bei Sturm
wieder fix in die Mannschaft zu kommen. Der Rest, so wie ein Platz im
Nationalteam, ergibt sich dann von selbst", blickt Haas optimistisch in die
Zukunft.
Konkurrenz im Sturm
In seiner ersten Ära bei Sturm war er unter Ivica Osim zum Goalgetter gereift
und hatte gemeinsam mit Ivica Vastic und Hannes Reinmayr das "magische
Dreieck" gebildet. Nun schreckt ihn auch der große Konkurrenz-Kampf an
vorderster Front (neben Haas und Vastic stehen mit Charles Amoah, Sergej Juran,
Tomislav Kocijan und Imre Szabics insgesamt sechs Angreifer im Kader) nicht ab:
"Wenn ich im Kopf frei und wieder gut drauf bin, brauche ich mich vor
niemand verstecken." Vielleicht gibt ihm Osim schon am Mittwoch die Chance,
den ersten Schritt zu tun.
| 02.2001
- Sturm Graz - "Causa Popovic" auf Donnerstag vertagt |

Präsident Kartnig und der Publikumsliebling
sollen auf einem guten Weg sein.
Eine Lösung im "Fall Popovic" ist auf Donnerstag vertagt. Der
ausgebootete Verteidiger von Sturm Graz und Vereinspräsident Hannes Kartnig
verhandelten am Montag rund zwei Stunden und einigten sich danach auf einen
neuerlichen Termin am Donnerstag Vormittag. "Ich will nicht, dass vor dem
wichtigen Spiel gegen Panathinaikos Unruhe entsteht. Aber wir sind auf einem
guten Weg", erklärte Popovic.Der Verteidiger, der nach den Verpflichtungen
von Charles Amoah und Peter Hlinka als überzähliger Nicht-EU-Ausländer keinen
Platz mehr im Kader fand, hatte über seinen Anwalt eine Klage auf
Wiedereinstellung eingebracht und seine finanziellen Forderungen deponiert.
Popovic ist noch bis 30. Juni 2001 an Sturm Graz gebunden.
| 02.2001
- Sturm Graz - Alles beim Alten |

Obwohl die Grazer so
viel wie noch nie investierten, plagen Ivica Osim vor dem Champions League Match
der letzten Chance gegen Panathinaikos Aufstellungssorgen.
Wenn man rund 75 Millionen Schilling in eine Mannschaft buttert, die
Schwachstelle aber dennoch die gleiche bleibt, dann ist das schon ein Kunststück.
So geschehen bei Sturm.
Ivica Osim hat zwar jetzt im Angriff mit Vastic, Yuran, Kocijan, Szabics, Haas
und Amoah (in der Champions League nicht spielberechtigt) die Qual der Wahl, die
Abwehr macht dem Trainer aber weiterhin Kopfzerbrechen.
Im ORF-Interview klagte Osim zwar, wie sehr ihm Popovic in der Verteidigung
abgehen würde, dennoch war er es, der den Serben aussortierte. Und so wurde in
der Vorbereitung Oldie Franco Foda, den man eigentlich schon in Pension schicken
wollte, wieder ausgegraben. Da Gilbert Prilasnig auf dem Libero-Posten nicht überzeugen
konnte, wird der Deutsche vermutlich wieder diesen Part übernehmen. Wen Osim
als Manndecker gegen Panathinaikos in die Schlacht wirft, weiß er selbst noch
nicht so recht.
Denn obwohl Popovic und Mamedov nicht mehr an Bord sind, droht zwei neuen
Defensivspielern die Ersatzbank. Peter Hlinka, die slowakische Neuerwerbung, die
immerhin einen Fixplatz im Olympiateam seiner Heimat hatte, hat bei Osim, der
seine neuen Spieler fast schon aus Tradition auf der Bank sitzen lässt, ist für
Panathinaikos kein Thema. Er sei im Zweikampf noch nicht stark genug.
Robert Ibertsberger, der endlich spielberechtigt ist, hat bessere Chancen, weiß
aber auch noch nicht, ob er am Mittwoch auflaufen wird. “Ich habe keine
Ahnung, ob ich am Mittwoch spielen werde. Ich hab’ sicher nicht die
internationale Erfahrung wie andere bei uns, aber ich bin jedenfalls bereit”,
richtet Ibi seinem Trainer aus.
“Dass wir hinten Probleme haben, ist nichts Neues”, kommentiert der
Ex-Italien-Legionär die 28 Gegentreffer in zwölf Testspielen, “aber in den
Testspielen gehst du sicher nicht so konzentriert an die Sache heran, wie in
einem wichtigen Spiel. Außerdem waren wir vom Training
müde und daher nicht so spritzig. Ich glaube aber, dass wir das in den
letzten Wochen recht gut in den Griff bekommen haben.”
Bis auf ein paar Spiele hatte der Ex-Italien-Legionär in der Abwehr sein
Fixleiberl. “Im Mittelfeld ist für mich kein Platz, also versucht Osim mich
hinten einzubauen”, so der Ex-Teamspieler, der aber selbstkritisch anmerkt:
“Es gibt noch vieles zu verbessern, das Stellungsspiel zum Beispiel. Aber das
ist nicht leicht, wenn immer umgestellt wird.”
Dass mit Ibi zu rechnen ist, glaubt auch Markus Schopp. “Er ist
momentan sehr gut drauf und hat viele Spiele in der Vorbereitung gemacht. Ibi
ist sicherlich ein Thema.”
Fast keine Umstellungen wird es im Angriff und Mittelfeld geben. Von den Neuen
darf sich nur Mario Haas Chancen auf einen Einsatz ausrechnen. Im altbewährten
Duo mit Vastic...
| 02.2001
- Sturm Graz - Es Wird Ernst! |

Am Mittwoch wird es für Sturm Graz am
dritten Zwischenrunden-Spieltag der Champions League mit der Heimpartie gegen
Panathinaikos Athen wieder ernst.
Turbulenter Winter
Zuerst die Aufregung um den falschen portugiesischen Pass von Ramiz Mamedow,
dann der Rekordtransfer von Charles Amoah sowie die Heimkehr von Mario Haas,
schließlich die Streitigkeiten nach der Abmeldung von Publikumsliebling Ranko
Popovic und die Unklarheiten um die Einbürgerung von Torhüter Kazimierz
Sidorczuk: Sturm schrieb schon vor Beginn der Fußball-Frühjahrssaison einige
Schlagzeilen.
"Schön, dass wieder gespielt wird. Die Vorbereitung war gut, und die Neuen
haben auch Qualität, aber wir müssen jetzt zeigen, dass wir bereit sind",
meint Trainer Ivica Osim.
Für den Bosnier bringt die Begegnung mit seinem Ex-Klub auch die Erinnerung an
zwei Jahre auf der Trainerbank von Panathinaikos.
"Es war fast immer Theater"
In der Saison 1992/93 führte Osim die Grün-Weißen aus Griechenland zum
Cupsieg und zum Vizemeistertitel, im darauf folgenden Jahr gelang erneut der
Einzug ins Cupfinale.
Aber der ehemalige jugoslawische Teamchef verließ nach internen Turbulenzen
noch vor dem (für Panathinaikos erfolgreichen) Endspiel den Verein.
"Es war fast immer Theater. Manche Trainer brauchen das, aber zu viel ist
zu viel", erinnert sich Osim, der dann im Juni 1994 das Betreueramt bei
Sturm übernahm, an seine damalige Athener Zeit.
"Ivica hat immer noch einige Freunde dort, von denen er genug Informationen
über Panathinaikos bekommen hat", weiß Manager Heinz Schilcher, dass
Osims Kontakte in die griechische Hauptstadt nie abgerissen sind.
Zwei Niederlagen in Folge
Panathinaikos steht zwar im Gegensatz zu Sturm bereits wieder im
Meisterschafts-Einsatz, die vergangenen beiden Runden verliefen dabei aber nicht
nach Wunsch.
Bis zum 4. Februar war die Elf von Trainer Angelos Anastasiadis in der
nationalen Liga ungeschlagen, seitdem vergrößerte sich der Rückstand auf
Meister Olympiakos durch zwei 0:1-Niederlagen gegen Panionios und Aris Saloniki
aber auf neun Punkte.
Sturm und Panathinaikos haben aber nicht nur den Rückstand auf den Tabellenführer
gemeinsam, bei beiden Teams ist mit Charles Amoah bzw. Emmanuel Olisadebe am
Mittwoch je eine Stürmer-Neuerwerbung nicht spielberechtigt.
Stürmer über Stürmer
Der gebürtige Nigerianer Olisadebe, der mittlerweile im polnischen Nationalteam
spielt, war bereits für Polonia Warschau in dieser Saison in der
Champions-League-Qualifikation im Einsatz und muss so wie Amoah (mit St. Gallen
in der Champions-League-Quali tätig) zusehen.
"Schade für ihn, aber für vorne habe ich genug Spieler", erinnert
Osim trotz des Fehlens von Amoah an die Konkurrenz im Sturm-Angriff mit Vastic,
Haas, Kocijan, Juran und Szabics.
Liberoprobleme bei Sturm
Etwas mehr zu schaffen macht dem Sturm-Coach die Defensive. Zwar stehen mit
Robert Ibertsberger (in dieser Saison erstmals international spielberechtigt)
und dem Slowaken Peter Hlinka zwei neue Spieler bereit, aber vor allem die
Besetzung der Liberoposition bereitet Osim Sorgen.
Gilbert Prilasnig machte in den Testspielen nicht den sichersten Eindruck und
wurde durch Günther Neukirchner ersetzt, möglicherweise ist auch Franco Foda
wieder ein Thema: "Wir brauchen die Spieler, die zusammen die stärkste
Mannschaft sind. Unser Kollektiv muss im Vordergrund stehen", sagt Osim.
| 02.2001
- Die Grazer sehen stürmischen Zeiten entgegen: Verstärkungen
zweite Wahl |

Champions League. Sturm
ist bereits morgen im Heimspiel gegen Panathinaikos zur Offensive gezwungen.
GRAZ (wie-). Von einer ungestörten Vorbereitung konnte bei Sturm Graz in den
vergangenen Wochen keine Rede sein. Ein Problem jagte sozusagen das andere. Zunächst
brach die Causa Mamedow aus, dann mußte man zur Kenntnis nehmen, daß der neue
52-Millionen-Mann, Charles Amoah, in der Champions League nicht mehr
spielberechtigt ist, weil er bereits für St. Gallen auf Torjagd gegangen ist.
Dann kam den Grazern der zweite Slowake, Bednar, abhanden, weil er sich als überzähliger
Nicht-EU-Ausländer sah. Ein bis dato heikles Thema im Lande Steiermark. Denn
die Causa Popovic, der einfach gekündigt wurde, hat sich noch immer nicht
erledigt, weil man noch keinen gemeinsamen finanziellen Nenner gefunden hat. Und
zum Drüberstreuen liegt den Grazern auch noch der Fall Sidorczuk im Magen. Der
Antrag auf Erhalt der österreichischen Staatsbürgerschaft soll heute im
Ministerrat behandelt werden.
Und wieder einmal herrscht zwischen Ivica Osim, dem Trainer, und Hannes Kartnig,
dem Präsidenten, dicke Luft. Denn der Bosnier will der Abmeldung von Popovic
nie seine Zustimmung gegeben haben. Wofür er auch Argumente liefert. Mit
Milanic und Popovic hätte Sturm zwei Stützen verloren, der neue Slowake Hlinka
sei taktisch noch nicht so weit, die Stärken von Korsos und Minavand würden
eindeutig im offensiven Bereich liegen. "Also, was bleibt mir? Prilasnig,
Neukirchner, Foda und Feldhofer." In Frage würde noch Strafner kommen.
"Alles keine gelernten Verteidiger!" Auch darum, auch wenn es in Graz
niemand offiziell zugeben wird, schmerzt der Verlust von Mamedow. Bei Kartnig stößt
das Wehklagen von Osim jedenfalls auf taube Ohren. "Was will er noch? Dann
soll er sich endlich einmal deklarieren!"
So, wie die Dinge liegen, wird Osim morgen gegen Panathinaikos Athen (zuletzt
die ersten beiden Meisterschafts-Niederlagen kassiert) eher auf bewährte Kräfte
setzen. Vor allem wieder auf Ivica Vastic, der fast schon wieder der alte ist,
seine Wehwehchen endlich auskurieren konnte. Der Teamstürmer ist wieder fixer
Bestandteil einer Mannschaft, die künftig noch mehr auf Offensive setzen wird müssen.
Was den Angriff betrifft, so fliegen intern im Konkurrenzkampf die Fetzen. Der
Kampf ums Leiberl (Amoah, Juran, Kocijan, Szabics) war noch nie so groß.
"Unser Kader", so Ivica Vastic, "war noch nie so gut. Daher gehe
ich davon aus, daß wir auch Erfolg haben werden. Aber es wird eben nicht
leicht. Tirol, Austria und andere haben auch nicht geschlafen.''
| 02.2001
- "Wir werden im Kollektiv riskieren" |

Eurofighter Sturm Graz
trifft morgen im 3. Spiel der Champions-League-Zwischenrunde im
Schwarzenegger-Stadion auf Panathinaikos Athen. Im Vorfeld der Partie stellte
sich Trainer Osim einem Frage-Antwort-Spiel. Die Versuche, dem Philosophen
Substanzielles zu entlocken, gestalteten sich schwierig, weil Osim eben Osim
ist.
Herr Osim, was kann Sturm in der Champions League noch erreichen?
Wir haben schon viel geschaffen. Was noch kommt, ist Draufgabe. Mit einem Wunder
könnten wir das Viertelfinale erreichen. Das hängt auch davon ab, wie Valencia
und Manchester spielen. Der Druck der Vorrunde ist weg, das ist gut. Wenn der Präsident,
die Zuschauer und Medien zu viel verlangen, ist er aber wieder da. Der Umgang
mit der Differenz zwischen Realität und Wunschdenken ist im Fußball für viele
zum Problem geworden. Für mich persönlich nicht, weil ich anerkenne, dass
Manchester und Valencia andere Budgets und ein anderes Charisma haben als Sturm.
Wie weit ist Sturm international wirklich gekommen?
Viel weiter als viele andere. Weil die Mannschaft physisch zu vielem bereit und
korrekt motiviert war, weil die Spieler zu sich selbst realistisch geworden
sind. Fehlende Disziplin und Konzentration kann man verbessern, Selbstüberschätzung
aber nicht.
Was macht den Reifeprozess von Sturm aus?
Wir haben teures Lehrgeld bezahlt. Die meisten Spieler können trotz Müdigkeit
und Druck intelligent bleiben und die Nerven behalten. Wem bewusst ist, dass er
nicht gegen ganz Valencia oder Manchester spielt, sondern nur gegen elf
Menschen, die vor uns Respekt haben, der ist reif geworden.
Sturm schloss die Vorrunde als Erster ab, in der Zwi-schenrunde gab es zwei 0:2.
Wo blieb da die Reife?
Leider auf der Strecke, weil sich die Spieler selbst Druck gemacht haben. Sie hätten
den gleichen Fußball wie in der Vorrunde weiterleben sollen, statt sich neue
Probleme mit den neuen Zielen zu machen.
Ist es nicht okay, wenn sie nun auch die Zwischenrunde überstehen wollen?
Schon okay, aber sie müssen mental anders agieren.
Welche Taktik gibt es gegen Panathinaikos?
Wir werden im Kollektiv riskieren und improvisieren. Wenn wir zeigen können,
dass wir nicht zufällig noch mitspielen, sondern, weil wir etwas können, wäre
das schon sehr schön.Meisterschaft oder Champions League, was hat den Vorrang?
Die Meisterschaft, obwohl es ein Problem wird, noch einen Platz in Europa zu
erreichen. Vielleicht im Cup. Aber es wäre normal, wenn Sturm in der nächsten
Saison nicht in Europa spielen würde, weil wir sechs, sieben Punkte
leichtfertig verschenkt haben.
Wie lange bleiben Sie noch Sturm-Trainer?
Wenn Kartnig mit schnellen Entscheidungen so weiter macht, nicht mehr lange. Er
sollte Probleme mit Spielern eleganter lösen, vorher mit mir reden und nicht
alles über die Medien austragen. Wenn er sagt, Osim weiß nicht, was er will,
dann sage ich ihm: Osim, weiß was er will.
Wie beurteilen Sie den Fall Popovic?
Das ist ein europäisches Problem. Warum gibt es überhaupt diese unmenschliche
Teilung in Europa? Jeder will sich seine Situation ökonomisch verbessern.
Europa ist selbst schuld, wenn es zu Passfälschungen kommt, weil es in allen Ländern
diese Barrikaden gibt. Klubintern hätte man die Sache jedenfalls besser
vorbereiten müssen. Hannes muss sich bremsen, weil er mehr, wichtiger und
bekannter geworden ist.
| 02.2001
- Panathinaikos für Sturm ein unbeschriebenes Blatt |

Nun kann Sturm wieder für sportliche Schlagzeilen
sorgen.
Zuerst die Aufregung um den falschen portugiesischen Pass von Ramiz Mamedow,
dann der Rekord-Transfer von Charles Amoah sowie die Heimkehr von Mario Haas,
schließlich die Streitigkeiten nach der Abmeldung von Publikumsliebling Ranko
Popovic und das Hin-Her um die Einbürgerung von Torhüter Kazimierz Sidorczuk:
Sturm schrieb schon vor Beginn der Fußball-Frühjahrssaison einige
Schlagzeilen. Am Mittwoch wird es für die Grazer am dritten
Zwischenrunden-Spieltag der Champions League mit der Heimpartie gegen
Panathinaikos Athen aber wieder auf dem Rasen ernst."Schön, dass wieder
gespielt wird. Die Vorbereitung war gut und die Neuen haben auch Qualität, aber
wir müssen jetzt zeigen, dass wir bereit sind", meint Trainer Ivica Osim.
Für den Bosnier bringt die Begegnung mit seinem Ex-Klub auch die Erinnerung an
zwei Jahre auf der Trainerbank von Panathinaikos. In der Saison 1992/93 führte
Osim die Grünweißen zum Cupsieg und zum Vize-Meistertitel, im darauffolgenden
Jahr gelang erneut der Einzug ins Cupfinale, aber der ehemalige jugoslawische
Teamchef verließ nach internen Turbulenzen noch vor dem (für Panathinaikos
erfolgreichen) Endspiel den Verein. "Es war fast immer Theater. Manche
Trainer brauchen das, aber zuviel ist zuviel", erinnert sich Osim, der dann
im Juni 1994 das Betreuer-Amt bei Sturm übernahm, an seine damalige Athener
Zeit."Ivan hat immer noch einige Freunde dort, von denen er genug
Informationen über Panathinaikos bekommen hat", weiß Manager Heinz
Schilcher, dass Osims Kontakte in die griechische Hauptstadt nie abgerissen
sind. Panathinaikos steht zwar im Gegensatz zu Sturm bereits wieder im
Meisterschafts-Einsatz, die vergangenen beiden Runden verliefen dabei aber nicht
nach Wunsch. Bis zum 4. Februar war die Elf von Trainer Angelos Anastasiadis in
der nationalen Liga ungeschlagen, seitdem vergrößerte sich der Rückstand auf
Meister Olympiakos durch zwei 0:1-Niederlagen gegen Panionios und Aris Saloniki
aber auf neun Punkte.Sturm und Panathinaikos haben aber nicht nur den Rückstand
auf den Tabellenführer gemeinsam, bei beiden Teams ist mit Charles Amoah bzw.
Emmanuel Olisadebe am Mittwoch je eine Stürmer-Neuerwerbung nicht
spielberechtigt. Der gebürtige Nigerianer, der mittlerweile im polnischen
Nationalteam spielt, war bereits für Polonia Warschau in dieser Saison in der
Champions League-Qualifikation im Einsatz und muss so wie Amoah (mit St. Gallen
ebenfalls in der Champions League-Quali tätig) zusehen."Schade für ihn,
aber für vorne habe ich genug Spieler", erinnert Osim trotz des Fehlens
von Amoah an die Konkurrenz im Sturm-Angriff mit
Vastic, Haas, Kocijan, Juran
und Szabics. Etwas mehr zu schaffen macht dem Sturm-Coach die Defensive, zwar
stehen mit Robert Ibertsberger (in dieser Saison erstmals international
spielberechtigt) und dem Slowaken Peter Hlinka zwei neue Spieler bereit, aber
vor allem die Besetzung der Libero-Position bereitet Osim Sorgen. Gilbert
Prilasnig machte in den Testspielen nicht den sichersten Eindruck und wurde
durch Günther Neukirchner ersetzt, möglicherweise ist auch Franco Foda wieder
ein Thema: "Wir brauchen die Spieler, die zusammen die stärkste Mannschaft
sind. Unser Kollektiv muss im Vordergrund stehen", sagt Osim.
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