| Sturm nach verlorenem Osim-Prozess vor
Konkurs |
Graz (APA) - Der verlorene Prozess mit
dem ehemaligen Erfolgstrainer Ivica Osim kommt den
österreichischen Fußball- Bundesligisten SK Sturm Graz teuer zu
stehen. Insgesamt rund 350.000 Euro muss der Klub von Präsident
Hannes Kartnig zahlen, erklärte Osims Anwältin. Ein Brocken, der
Sturm in Konkurs-Gefahr bringt, gestand Kartnig.
Osim war am 14. September 2002 nach acht Jahren als Coach
zurückgetreten. Als Grund dafür gab der Bosnier Beleidigungen
und Mobbing von Kartnig in Richtung seiner Person an. Der
Oberste Gerichtshof bestätigte dieses nun rechtskräftige Urteil
der zweiten Instanz. Demnach muss Sturm 173.822 Euro an
Abfertigung und Restgeldzahlungen leisten. Dazu kommen ca.
100.000 Euro an Zinsen und Prozesskosten. Diese rund 270.000
Euro sind innerhalb von zwei Wochen zu zahlen, sonst wird es
laut Braun einen Exekutionsantrag gegen den Verein geben. Fällig
sind zudem zwischen 60.000 und 80.000 Euro Lohnnebenkosten. "Ich
freue mich über das Urteil, damit ist meine Reputation wieder
hergestellt. In Zukunft werden Herren im Fußball-Geschäft mit
ihren Äußerungen vorsichtiger sein", erklärte Osim laut seiner
Anwältin. Kartnigs Hoffnung, dass Osim das Geld nicht annimmt,
um Sturm nicht zu schaden, werden wohl nicht erfüllt werden.
"Ich bin enttäuscht", erklärte Kartnig am Donnerstag. Der
Sturm-Boss dachte laut über Rücktritt nach und sah auch die
Existenz des Klubs in Gefahr. "Wenn Osim dieses Geld fordert,
ist Sturm Konkurs gefährdet", sagte Kartnig. Der Bosnier Osim,
der seit Jänner 2003 in der japanischen J-League bei JEF United
arbeitet, war von Juni 1994 bis September 2002 bei Sturm
engagiert und holte in dieser Zeit mit den Grazern zwei
Meistertitel und drei Cupsiege. Außerdem führte der frühere
jugoslawische Teamchef die Steirer dreimal in die Champions
League. |
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