MEDIENARCHIV 18.10.05

 

Sturm Graz im Wechselbad der Gefühle

18. November 2005 | 14:02

Der SK Sturm Graz erlebte am Freitag ein Wechselbad der Gefühle. Zunächst erklärte der ehemalige Vize-Präsident Adolf Klementschitsch den SK Sturm zu einem Insolvenz-Kandidaten, eine Stunde später stellte Präsident Hannes Kartnig seinen neuen Vorstand vor und sprach voll motiviert von einem neuen Aufbruch.

Klementschitsch war von 2002 bis einen Tag nach der Generalversammlung, bei der am 8. November der Wechsel im Präsidenten-Amt von Kartnig zu Carlo Platzer gescheitert war und Verbindlichkeiten in Millionenhöhe bekannt wurden, im Vorstand des SK Sturm. Er war Wirtschafts-Koordinator und für die Finanzen zuständig, die seiner Meinung nach im Argen liegen.

"Nach meinem Wissensstand vom 9. November müsste Sturm Insolvenz anmelden", erklärte der ehemalige Vize-Präsident. Es würden Schulden in Höhe von zwei Millionen Euro überfällig sein, zudem würde ein Bedarf von weiteren zwei Mio. Euro bestehen, um den Betrieb bis Juni 2006 aufrechterhalten zu können. Dem würden nur Aktiva von 300.000 Euro gegenüber stehen.

Im Sommer hätte er davor gewarnt, die Verträge von Silvestre, Verlaat und Filipovic zu verlängern und fünf neue Spieler (Ledwon, Sarac, Szamotulski, Nzuzi, Tsimba) zu holen. Da dies nicht beachtet worden sei, sei die Konsequenz sein Rücktritt, so Klementschitsch, der auch Kartnig heftig kritisierte.

Kartnig wies die Darstellung wenig später zurück. "Er soll sich keine Gedanken machen. Das Geld ist am Tisch, von Insolvenz kann keine Rede sein", betonte er. Er selbst würde eine Million Euro einbringen, der restliche Vorstand mit den Vize-Präsidenten Hannes Gert und Klaus Leutgeb würde die zweite Million zur Verfügung stellen.

Kartnig, der noch vor zwei Wochen amtsmüde war und seinen Rücktritt angekündigt hatte, sprach nun wieder von bester Stimmung und Aufbruch.