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Akte Kartnig: Die Mauern stürzen ein
Privatmann, Firmenchef,
Fussballpräsident: Hannes Kartnig machte keinen Unterschied. Die
Steuerfahnder dokumentieren, wie er sich und den Verein damit in den
Abgrund riss.

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Hannes Kartnig Foto: GEPA
Der Zwischenbericht der Finanzstrafbehörde Graz liegt seit 9.
Oktober vor. Er ist auch dem Masseverwalter bekannt und die
Ergebnisse werden zwangsläufig in das Insolvenzverfahren
einfließen.
Zum Thema
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Aussagen aus Kartnigs
Vernehmungsprotokoll |
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| Mehr als 450 Seiten.
Der Akt (GZ 19 Ur 137/06 f) umfasst mehr als 450 Seiten. Die
Jahre 1998 bis 2001 stehen im Mittelpunkt des
Finanzstrafverfahrens - jene Jahre, in denen Hannes Kartnig,
offenbar endgültig die Grenze zwischen privaten Bedürfnissen und
dem Amt als Präsident des SK Sturm überschritt.
Zum Thema
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Reiz des Geldes und Fluch des Spiels |
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| Wahrheit. In den
Schlussbemerkungen tritt die Wahrheit ungeschminkt zutage. "Die
Ermittlungen gestalten sich insofern schwierig, als es zu einer
enormen Vermischung der Tätigkeiten und Vorgänge innerhalb der
Firma Perspektiven und des SK Sturm Graz gekommen ist", stellt
der Leiter der Ermittlungen, Dietmar Schwarzl fest.
Kartnig-Interview
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"Alle Belege liegen bei der Finanz"
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| Keine Kontrolle.
Eine Kontrolle beim SK Sturm habe es praktisch nicht gegeben.
Weder Kassier noch Finanzreferent hätten ihre Aufgabe erfüllt.
"Aufgrund übereinstimmender Zeugenaussagen kann davon
ausgegangen werden, dass der Verdächtige Hannes Kartnig
Machthaber des SK Sturm Graz war und den Verein als Teil seines
Unternehmens, nämlich der Firma Perspektiven geführt hat.
Entscheidungen wurden fast ausschließlich von ihm, im
Alleingang, getroffen."
Audio
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| Rolls Royce von
Sturm-Geldern gekauft? |
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Komplex
verschleiert. Finanzielle Transaktionen seien komplex
verschleiert worden. Nicht nur die Firma, sondern auch
Aufwendungen Kartnigs als Privatperson waren davon erfasst.
Beträge, die er verwendet habe, um private Spielschulden im
Casino zu begleichen, seien als Akontozahlung an den SK Sturm in
die Buchhaltung der Perspektiven aufgenommen worden, heißt es im
Bericht.
Nachforderungen. Die Nachforderungen der Finanz treffen
zum Teil die Firma, zum Teil den Verein. Dazu werden
empfindliche Strafen - Geld- oder Haftstrafe - kommen. |
23.11.2006 11:14
Spieler erhielten zusätzlich zu ihren
Gehältern Zahlungen bar auf die Hand
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Schwarze Gehälter. Die
Spieler erhielten zusätzlich zu ihren Gehältern Zahlungen bar
auf die Hand. "Die derzeitige Höhe der hinterzogenen Abgaben
beläuft sich auf ca. 2,5 Millionen Euro", heißt es im Bericht.
Die Forderung trifft den Verein.
8 Millionen für Schopp. Der Verbleib von acht Millionen
Schilling, die für den Transfer des Spielers Markus Schopp vom
italienischen Verein Brescia Calcio S.P.A. erlöst wurden, ist
noch ungeklärt. Fix ist nur, dass das Geld auf einem Konto bei
der Raika St. Peter einging, danach mit der Zweitunterschrift
des Vereinskassiers von Kartnig behoben und in seinen privaten
Safe gelegt wurde.
Später gab es immer wieder Überweisungen mit ähnlichen Beträgen
zwischen Perspektiven und Sturm, jedes Mal neu deklariert.
Sollte sich herausstellen, dass Kartnig die Millionen veruntreut
hat, würde sie Masseverwalter Norbert Scherbaum wohl
zurückfordern.
Lukratives Werbegeschäft. Hannes Kartnig habe die
Werbevereinbarungen einmal über die Firma und einmal über den
Verein abgerechnet und damit Gewinne in Millionenhöhe gemacht.
Am Beispiel des Jahres 2000: 12 Millionen Schilling lukrierten
die Perspektiven für Werbeleistungen. Nur 6,8 Mil lionen zahlten
sie weiter an den SK Sturm. Mehr als das, nämlich 7,9 Millionen
Schilling, bekam die Firma von der Finanz zurück, indem sie eine
fiktive Sturm-Rechnung in Höhe von 15,8 Millionen Schilling
steuerlich als Ausgabe geltend machte (Geld, das der SK Sturm
nie sah). Hier werden sowohl Finanz als auch Masseverwalter Geld
sehen wollen.
Ankündigungsabgabe: Durch falsche Deklarierung von
Bandenwerbung habe die Firma offenbar die 30-prozentige
Ankündigungsabgabe umgangen.
Schwarze Einnahmen: Bemerkenswert der Kommentar der
Ermittler zu den Zeugenvernehmungen: "Es hat den Anschein, als
würden säumige Vorstandsmitglieder und der Verdächtige sämtliche
Verfehlungen auf Gerhard Stroicz abwälzen wollen". Stroicz war
18 Jahre lang Angestellter des SK Sturm. |
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