Leer sind die Kassen Puntigamer Strum Graz, Fehleinkäufe, Klagen und
Misswirtschaft stürzten den einst reichsten Klub Österreichs in ein
dunkles Loch.
Wüst war zeitweise die turbulente Übergangsphase im Herbst 2006,
als der Grazer Langzeitpräsident "Zar" Hannes Kartnig sein Amt
räumen musste und der neue Sturm-Vorstand unter Führung von Hans
Fedl installiert wurde.
Kurze Ära
Knapp zweieinhalb Monate später hat der Transportunternehmer schon
wieder genug. Am Donnerstag in einer Woche, bei der nächsten
Jahreshauptversammlung, will Fedl nicht als Präsident kandidieren.
"Ich möchte nicht mehr", war Fedls Kommentar - mehr dazu in
oesterreich.ORF.at.
Kaution und Kartnig-Abschied
Die Investorengruppe rund um Fedl hatte noch im November eine
Weiterführungskaution in Höhe von 750.000 Euro hinterlegt, um den
Spielbetrieb des Grazer Traditionsklubs aufrechtzuhalten. Bedingung
war aber auch der Abschied von Kartnig als Vereinspräsident.
Dieser trennte sich schließlich, nach anfänglichem Zögern, mit
Tränen in den Augen und dem "schwersten Gang" seiner Karriere doch
noch von Sturm.
Fass ohne Boden
Dasselbe plant jetzt auch Kurzzeit-Boss Fedl. Der Grund dafür dürfte
auf der Hand liegen. Die Schulden von rund elf Millionen Euro hängen
wie ein Damoklesschwert über der Existenz der "Blackies". Noch
höhere Schulden wurden in den letzten Tagen kolportiert. Von bis zu
19 Millionen an Forderungen war zuletzt die Rede.
Höhere Forderungen
Nach Angaben von Vorstandsmitglied Franz Rinner, der als erste
Alternative für Fedl und den Präsidenten-Job gilt, haben sich die
Forderungen der Gläubiger auf 19,1 Mio. erhöht.
Von Seiten der zuständigen Anwaltskanzlei - Norbert Scherbaum ist
der Masseverwalter - war aber am Dienstag zu erfahren, dass die
Summe weiterhin rund 16 Mio. Euro betrage.
Harte Verhandlungen
Der größte Brocken sind die Außenstände bei der Finanzprokuratur, wo
es laut Scherbaum vom Ende Dezember eine Annäherung der "zu Beginn
der Verhandlungen eingenommenen Extremstandpunkte" gegeben hat.
"Der Stand ist sehr gut, aber es fehlt noch einiges, dass wir mit ruhigem Gewissen zu den Verhandlungen gehen können", sagte Rinner.
