Stichtag 25. Jänner.
Puntigamer Sturm Graz kämpft schon länger und mit größeren
Schwierigkeiten um die Existenz. Am 18. Jänner wird der neue
Vorstand bei einer außerordentlichen Generalversammlung offiziell
gewählt, die nächsten Tage werden für das Team um Präsident Hans
Fedl spannend.
Denn am 25. Jänner findet die Zwangsausgleichssatzung statt, bei der es
um das Überleben von Sturm geht.
Höhere Forderungen
Nach Angaben von Vorstandsmitglied Franz Rinner haben sich die
Forderungen der Gläubiger auf 19,1 Mio. erhöht. Von Seiten der
zuständigen Anwaltskanzlei - Norbert Scherbaum ist der
Masseverwalter - war aber am Dienstag zu erfahren, dass die Summe
weiterhin rund 16 Mio. Euro betrage.
Parallel dazu hat der Sturm-Vorstand laut Rinner mit ehemaligen
Spielern wie Ivica Vastic und Markus Schopp Kontakt aufgenommen, um
sie dazu zu bewegen, von ihren Forderungen abzugehen.
Harte Verhandlungen
Der größte Brocken sind aber ohnehin die Außenstände bei der
Finanzprokuratur, wo es laut Scherbaum vom Ende Dezember eine
Annäherung der "zu Beginn der Verhandlungen eingenommenen
Extremstandpunkte" gegeben hat.
"Der Stand ist sehr gut, aber es fehlt noch einiges, dass wir mit
ruhigem Gewissen zu den Verhandlungen gehen können", sagte Rinner.
Auch sportlich schwere Zeiten
Sportlich steht dem einstigen Champions-League-Teilnehmer ebenfalls
eine harte Zeit bevor. Die Grazer sind mit nur einem Punkt Vorsprung
auf die Austria Tabellenvorletzter.
Und während sich andere Vereine nach Verstärkungen umsehen, muss
Sturm-Trainer Franco Foda nach den Abgängen von Ernst Dospel (Pasching)
und Ronald Gercaliu (Austria) die halbe Abwehr ersetzen.
"Es wird äußerst schwierig, es können noch sechs Klubs in den
Abstiegswirbel kommen. Zudem verstärken sich andere Vereine", sagte
Foda, der am Dienstag die Vorbereitungen auf die Frühjahrssaison
startete.
Szamotulski bleibt
Der zuletzt abwanderungswillige Torhüter Gregorz Szamotulski bleibt
nun doch. Foda hofft auch, dass er für die beiden Abgänge Ersatz
bekommt. Derzeit werden vier Spieler getestet. Die
Langzeitverletzten Jürgen Säumel, Olivier Nzuzi und Mark
Prettenthaler werden zum Ligastart noch kein Thema sein.
GAK arbeitet an "Sanierungskonzept".
Während die beiden Wiener Klubs zwar sportlich harte Zeiten
durchmachen, wirtschaftlich aber auf soliden Beinen stehen, sieht es
im Grazer Fußball derzeit düster aus.
Bei Sturm Graz haben sich die Forderungen der Gläubiger mittlerweile
auf 19,1 Millionen Euro erhöht, die Zukunft des Traditionsklubs
entscheidet sich am 25. Jänner bei der Zwangsausgleichssatzung. Beim
GAK hatten die Spieler am Montag beim Trainingsauftakt Alarm
geschlagen und drohten wegen ausständiger Gehälter sogar mit Streik.
Zwei Monatslöhne ausständig
Die Spieler forderten ursprünglich bis nächsten Dienstag die
ausstehenden zwei Gehälter, sonst sollte gestreikt werden.
GAK-Präsident Stephan Sticher hat sich nach eigenen Angaben aber
inzwischen mit den Mannschaftsvertretern auf eine Lösung einigen
können.
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Sticher gab allerdings auch aktuelle Zahlungsschwierigkeiten zu.
"Faktum ist, wir sind mit zwei Monatsgehältern hinten. Aber wir
arbeiten an einem großen Sanierungsprogramm und an einer Lösung,
auch sämtliche Altlasten loszuwerden", sagte Sticher.
Von Spielern enttäuscht
Am Montag zeigte sich Klubpräsident Sticher noch enttäuscht von der
Mannschaft.
"Ich bin maßlos enttäuscht, ich bin immer hinter der Mannschaft
gestanden. Ich kann das nicht akzeptieren. Es wird Konsequenzen in
Zukunft geben, ich werde das mit dem Präsidium besprechen", waren
seine Worte.
Sponsor weg, weniger Einnahmen
"Was uns stark getroffen hat, ist, dass Sponsor IMG aus dem Vertrag
ausgestiegen ist und die Einnahmenseite weggebrochen ist", so
Sticher.
Die Vermarktungsagentur hatte im April 2005 einen Vertrag über
zehn Jahre abgeschlossen, der dem Klub jährliche Einnahmen von fünf
Millionen Euro garantieren sollte. IMG war aber bereits im August
2006 wieder aus dem Kontrakt ausgestiegen.
Nicht von einem Tag auf den anderen
Nun sei man dabei, ein eigenes Marketing aufzubauen. Aber "das
funktioniert nicht von einem Tag auf den anderen. Daher diese
Situation." Laut Sticher hat der GAK "80 Prozent der
Sanierungsmaßnahmen erreicht, 20 Prozent" seien noch offen. In zwei
Wochen könne man vielleicht mehr sagen.