MEDIENARCHIV 09.01.07

 

Sturm kämpft um Existenz

 

Stichtag 25. Jänner.
Puntigamer Sturm Graz kämpft schon länger und mit größeren Schwierigkeiten um die Existenz. Am 18. Jänner wird der neue Vorstand bei einer außerordentlichen Generalversammlung offiziell gewählt, die nächsten Tage werden für das Team um Präsident Hans Fedl spannend.
 

Denn am 25. Jänner findet die Zwangsausgleichssatzung statt, bei der es um das Überleben von Sturm geht.
 

Höhere Forderungen
Nach Angaben von Vorstandsmitglied Franz Rinner haben sich die Forderungen der Gläubiger auf 19,1 Mio. erhöht. Von Seiten der zuständigen Anwaltskanzlei - Norbert Scherbaum ist der Masseverwalter - war aber am Dienstag zu erfahren, dass die Summe weiterhin rund 16 Mio. Euro betrage.
 

Parallel dazu hat der Sturm-Vorstand laut Rinner mit ehemaligen Spielern wie Ivica Vastic und Markus Schopp Kontakt aufgenommen, um sie dazu zu bewegen, von ihren Forderungen abzugehen.
 

Harte Verhandlungen
Der größte Brocken sind aber ohnehin die Außenstände bei der Finanzprokuratur, wo es laut Scherbaum vom Ende Dezember eine Annäherung der "zu Beginn der Verhandlungen eingenommenen Extremstandpunkte" gegeben hat.
 

"Der Stand ist sehr gut, aber es fehlt noch einiges, dass wir mit ruhigem Gewissen zu den Verhandlungen gehen können", sagte Rinner.
 

Auch sportlich schwere Zeiten
Sportlich steht dem einstigen Champions-League-Teilnehmer ebenfalls eine harte Zeit bevor. Die Grazer sind mit nur einem Punkt Vorsprung auf die Austria Tabellenvorletzter.
 

Und während sich andere Vereine nach Verstärkungen umsehen, muss Sturm-Trainer Franco Foda nach den Abgängen von Ernst Dospel (Pasching) und Ronald Gercaliu (Austria) die halbe Abwehr ersetzen.
 

"Es wird äußerst schwierig, es können noch sechs Klubs in den Abstiegswirbel kommen. Zudem verstärken sich andere Vereine", sagte Foda, der am Dienstag die Vorbereitungen auf die Frühjahrssaison startete.
 

Szamotulski bleibt
Der zuletzt abwanderungswillige Torhüter Gregorz Szamotulski bleibt nun doch. Foda hofft auch, dass er für die beiden Abgänge Ersatz bekommt. Derzeit werden vier Spieler getestet. Die Langzeitverletzten Jürgen Säumel, Olivier Nzuzi und Mark Prettenthaler werden zum Ligastart noch kein Thema sein.

 

Atmosphärische Störungen

GAK arbeitet an "Sanierungskonzept".
Während die beiden Wiener Klubs zwar sportlich harte Zeiten durchmachen, wirtschaftlich aber auf soliden Beinen stehen, sieht es im Grazer Fußball derzeit düster aus.
 

Bei Sturm Graz haben sich die Forderungen der Gläubiger mittlerweile auf 19,1 Millionen Euro erhöht, die Zukunft des Traditionsklubs entscheidet sich am 25. Jänner bei der Zwangsausgleichssatzung. Beim GAK hatten die Spieler am Montag beim Trainingsauftakt Alarm geschlagen und drohten wegen ausständiger Gehälter sogar mit Streik.
 

Zwei Monatslöhne ausständig
Die Spieler forderten ursprünglich bis nächsten Dienstag die ausstehenden zwei Gehälter, sonst sollte gestreikt werden.
 

GAK-Präsident Stephan Sticher hat sich nach eigenen Angaben aber inzwischen mit den Mannschaftsvertretern auf eine Lösung einigen können.
 

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Sticher gab allerdings auch aktuelle Zahlungsschwierigkeiten zu. "Faktum ist, wir sind mit zwei Monatsgehältern hinten. Aber wir arbeiten an einem großen Sanierungsprogramm und an einer Lösung, auch sämtliche Altlasten loszuwerden", sagte Sticher.
 

Von Spielern enttäuscht
Am Montag zeigte sich Klubpräsident Sticher noch enttäuscht von der Mannschaft.
 

"Ich bin maßlos enttäuscht, ich bin immer hinter der Mannschaft gestanden. Ich kann das nicht akzeptieren. Es wird Konsequenzen in Zukunft geben, ich werde das mit dem Präsidium besprechen", waren seine Worte.
 

Sponsor weg, weniger Einnahmen
"Was uns stark getroffen hat, ist, dass Sponsor IMG aus dem Vertrag ausgestiegen ist und die Einnahmenseite weggebrochen ist", so Sticher.
 

Die Vermarktungsagentur hatte im April 2005 einen Vertrag über zehn Jahre abgeschlossen, der dem Klub jährliche Einnahmen von fünf Millionen Euro garantieren sollte. IMG war aber bereits im August 2006 wieder aus dem Kontrakt ausgestiegen.
 

Nicht von einem Tag auf den anderen
Nun sei man dabei, ein eigenes Marketing aufzubauen. Aber "das funktioniert nicht von einem Tag auf den anderen. Daher diese Situation." Laut Sticher hat der GAK "80 Prozent der Sanierungsmaßnahmen erreicht, 20 Prozent" seien noch offen. In zwei Wochen könne man vielleicht mehr sagen.