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MEDIENARCHIV 06.07 |
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Hannes Kartnig festgenommen
Ex-Sturm-Präsident Hannes Kartnig sitzt seit Dienstagmittag wegen Verdunkelungsgefahr in Untersuchungshaft. Von Sturm-Konten sollen mehr als zwei Mio. Euro verschwunden sein und auch Casinobesuche werden überprüft. Abschlussbericht der Finanz fertig Ein Jahr lang arbeiteten Finanz und Kriminalisten an der Causa. Ende der Vorwoche übergab das Finanzamt den Abschlussbericht an die Staatsanwaltschaft. In diesem Bericht und bei den Ermittlungen der Kriminalisten hätten sich die Vorwürfe gegen Kartnig erhärtet, sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft Graz, Manfred Kammerer. Von Abgabenhinterziehung bis Veruntreuung "Der Verdacht richtet sich nach dem Finanzvergehen der Abgabenhinterziehung, nach dem Verdacht der Veruntreuung, nach dem Verdacht der Untreue, der grob fahrlässigen Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen und der betrügerischen Krida", so Kammerer. In sieben Jahren 2,2 Mio. verschwunden Konkret geht es um 2,2 Millionen Euro - also rund 30 Millionen Schilling - die in der Zeit zwischen 1998 und 2005 bei Sturm verschwunden sind, sagt der Staatsanwalt. 40 Millionen Schilling verspielt "Dieses Geld war auf Konten des SK Sturm und hat sich dann auf einmal nach einer Behebung nicht mehr in den Büchern gefunden. Im selben Zeitraum ist auffällig, dass Herr Kartnig rund 40 Millionen Schilling verspielt hat in Casinos. Darum drängt sich die Frage auf, wo das Geld verblieben ist, oder ob es ein anderes Geld war, das Herr Kartnig verspielt hat", sagt Kammerer. Auch Ex-Sekretär in U-Haft Weil es über den Verbleib dieses Geldes bisher immer unterschiedliche Angaben zwischen Kartnig und einem ehemaligen Sekretär des Vereins gab, wurden nun beide wegen Verdunkelungs- und Verabredungsgefahr in U-Haft genommen. "Sekretär hatte auch Zugang zum Geld" "Diese zweite Person ist auch eine Person, die Zugang zu diesem Geld hatte. Jetzt muss man schauen, wer hat das Geld entnommen, bekommen und wer hat es wie verwendet", sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die erste Haftfrist beträgt 14 Tage. Innerhalb dieser Frist ist nach einer Verhandlung über eine Fortsetzung der Untersuchungshaft zu entscheiden. Anwalt: Vorgehen nicht nachvollziehbar Kartnigs Anwalt Richard Soyer spricht von einem überraschenden Vorgehen der Staatsanwaltschaft, das für ihn nicht nachvollziehbar sei: "Wir sind am späten Abend von der Verhaftung informiert worden. Die Sache ist absolut überraschend gekommen, aus unserer Perspektive nicht nachvollziehbar. Wir haben einen Mandanten, der sich Vernehmungen stellt. Es gibt keinerlei Anzeichen oder Hinweise auf Fluchtgefahr." Bisher keine Akteneinsicht Kartnig kenne die Vorwürfe seit mehr als einem halben Jahr. Er habe bisher zu Behebungen von Konten des SK Sturm aus nur deshalb nicht Stellung nehmen können, weil ihm die diesbezüglichen Unterlagen der Behörde noch nicht vorgelegt worden seien. "Bis heute wurde Kartnig auch die Einsicht in wesentliche Aktenbestandteile des Gerichtsaktes verwehrt", sagt Soyer. Der Rechtsanwalt erklärte, man werde unverzüglich sämtliche Rechtsmittel ergreifen, um die "ungerechtfertigte U-Haft" zu beenden. Ermittlungen laufen seit Monaten Seit Monaten wird gegen den ehemaligen Sturm-Zampano Kartnig ermittelt. Es soll dabei um Steuer- und Abgabenhinterziehung in Millionenhöhe gehen. Immer wieder war auch von dubiosen wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen Kartnigs Werbefirma und dem SK Sturm die Rede und von Unregelmäßigkeiten beim Kartenverkauf zur Champions-League-Zeit von Sturm.
Ende Mai 2006 wurden Hausdurchsuchungen im Büro von Kartnig und in den Räumlichkeiten des SK Sturm durchgeführt. Dabei wurden kistenweise Unterlagen beschlagnahmt. Kartnig betonte immer, alles sei bei Sturm Graz und bei seiner Firma Perspektiven Werbung ordnungsgemäß abgelaufen. "Hetzkampagne" So hatte Kartnig noch im Herbst wutentbrannt auf Medienberichte reagiert, die sich auf dubiose Geldflüsse zwischen seiner Firma und Sturm Graz bezogen: "Das ist eine Frechheit, das lasse ich mir nicht bieten. Ich werde sicher dagegen Schritte unternehmen. Das ist eine Sauerei, dass es so etwas überhaupt gibt. Das ist eine Hetzkampagne oder eine Intrige gegen mich." steiermark.ORF.at Einst ist er als Retter des SK Sturm Graz und als erfolgreichster Klubpräsident der steirischen Fußballgeschichte gefeiert worden. Seinen Abgang dürfte sich "Zar" Hannes Kartnig aber anders vorgestellt haben.
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