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MEDIENARCHIV 05.07 |
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Kartnig soll 8,76 Mio. hinterzogen haben8,76 Mio. Euro an Steuern soll Hannes Kartnig hinterzogen haben. In der Schlussanzeige der Finanz Mitte Juni wurden eine Vielzahl an Steuertricks aufgelistet: etwa der Rolls-Royce und der Haifisch, die "Betriebsausgaben" waren. Größter Brocken: Lohnsteuerhinterziehung4,7 Mio. Euro hat der SK Sturm laut der Schlussanzeige der Finanz - die dem ORF Steiermark exklusiv vorliegt - für seine Spieler an Lohnsteuer und an Sozialversicherungsbeiträgen nicht bezahlt. Häuser, Autos und Löhne Es geht dabei um schwarz ausbezahlte Löhne, aber auch um die Nichtversteuerung von Zuschüssen für Wohnungen, um ein Haus für Ex-Trainer Ivica Osim, um Autos, die Spielern zur Verfügung gestellt wurden, um unversteuerte Zuschüsse für Autos und um die Finanzierung von Pensionsversicherungen für Spieler. Was wussten die Spieler? Der Vorwurf der Finanz richtet sich gegen Kartnig als Ex-Sturm-Präsident. Die Staatsanwaltschaft könnte aber auch gegen einzelne Spieler vorgehen, wenn sie wussten, dass sie Schwarzgeld kassierten. Das könnte als Beitragstäterschaft gewertet werden. Privates und Firma nicht getrennt Kartnig wird als Eigentümer einer Werbefirma auch vorgeworfen, Privatausgaben als betriebliche Ausgaben verrechnet zu haben. Dabei geht es laut Anzeige der Finanz zum Beispiel um Investitionen in Privathäuser, etwa um ein Sonnensegel und um seinen Haifisch. Teure Uhren, Rolls-Royce und Geburtstagsfeier Nicht als Betriebsausgaben anerkannt werden auch Cartier-Uhren als Geschenk für die Spieler, die Kosten für Kartnigs Rolls-Royce und drei andere Autos. Ausgaben für seine Geburtstagsfeier zum 50er werden auch nicht anerkannt, zumal Rechnungen zum Teil umgeschrieben und andere schwarz bezahlt worden seien. 276.000 von ÖVP und SPÖ nicht versteuert Bemerkenswert ist auf der Einnahmenseite, dass die Werbefirma in den Jahren 1999 und 2000 insgesamt 276.000 Euro von ÖVP und SPÖ erhalten und nicht versteuert hat, so der Bericht. Kartnig werden auch versteckte Gewinnentnahmen aus seiner Firma vorgeworfen. Hausbank als möglicher Beitragstäter Die Finanz übt in ihrem Abschlussbericht auch Kritik an der Hausbank des SK Sturm. Die Rede ist von einer möglichen Beitragstäterschaft der Bank beim Verschwinden von Geldbeträgen. Es geht darum, dass die Bank nicht darauf bestand, dass bei Auszahlungen und Überweisungen sofort zwei Sturm-Funktionäre unterschrieben, sondern dass die Unterschrift von Kartnig reichte.
Die Bank verwies in einer Aussendung darauf, dass der Vorwurf der Beitragstäterschaft zwar im Schlussbericht, aber nicht mehr in der Schlussanzeige der Finanz erhoben werde. Außerdem seien die Vorwürfe mittlerweile ausgeräumt. Man sei gesetzeskonform vorgegangen, indem man jeweils ein zweites Vorstandsmitglied angerufen habe, heißt es. Staatsanwalt will Bank überprüfen Für die Staatsanwaltschaft ist diese Sache allerdings noch nicht endgültig erledigt. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Manfred Kammerer, sagte, den Verdacht der Beitragstäterschaft der Bank werde man in der Endbetrachtung sehr wohl prüfen. Zugleich meinte Kammerer, Kartnig habe zum Teil ohnehin wie ein Alleinherrscher agieren können - die zweiten Unterschriften wären vielleicht so oder so geleistet worden.
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